Hirschberg, Ernst, 1942, 1960

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Ernst Hirsenbe ig arsejile, den 25.

Lys PUS 20s Al Ke
Viselarter freak ,
Ich Ubermittle Tiinen anliegend einen Srief von VW .G.Leo nebst einer
Aopie seines Briefes vom 27.Novemper an Sie und einer fiir Herrn
Heilbrunn bestinmten onlege, Ga. Giesér: Briel Gie..offenbar inlolee

des Kriegsauspruchs nicht erreicht het.

Unser. Freund: Leo macht sich offenbar Keine sehr klsare Vorstell
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Tt er sehr verbunden

uber seine. Aussiehnten. Tch ware Thr

sie mir ein paar Worten schretoen bezw. mich durch Ihre Ne rkor
eceunue wissen’ Lassen konnten, wie Sie seine Aussichten. beurtetien.
soweilt icl ?%e Dinge von hier. aus tberblicken kann, ist ja leid er

A. nlass-2u unbegrenztemn Pessimismus. Tnfoltgedessen scheint. mir
dringlicher als aie Frage des Visums, die Frage einer finanziellen
Hilfe 2. Séin. es. ist.euPr 416. Dauch unertraeiiche einen, Monn he
4€0 in einem Prestetsirelager zu wissen. Hier ist aber von kein er

seite mehr die Mittel aufzutreiben, um* ihn von cort herauszubrin-
en und ihm eine Fxistenz in Freiheit mit seinen Kindern zu er-
moglichen.

Wenn es Ihnen moglich ist, eine finanziellée Hilfe.
ZU organisieren —- Sie wi issen jay dass man hier mit
schetdenen Mitteln auskoimmt, dass ihm mit einem Be von.-i5 bis
20 Doliars monsatlich schon nennenswert geholfen w:

Sie sith bitte deshalb mit-EBudolf Katz in Verbindune.

Wit jen DEeSsSten Grusse

en.
Soe ee
85

W.sG.Leo, S02 CTE, |
Sepffonds (Tarn & Gar.) Farnce. 27.November 1941,

Herrn Professor Dr.Friedlander, Chicego.

Lieber Freund,

sti unserer huswanderung angelegenheit folgendes ginstiges neues
‘Yoment: Her Kenri Heilbrunn, 192% Jones “treet, Sioux City (Jove)
USA, hat em 29.Juli 1941 an Tise etne Kerte weschriahen, er. habe

+

ihre 4dresse von Mlle Kaethe Rosenheim und kenne Fdith, aber nicht
inre adresse. Er nxoe Freunde und konne etwas fiir die beiden oder
fur mich tun wegen Affidavits flr ein amerikanisches Visa. -— Wenn
ich auch nicht zu optimistisch: sein mochte, so mdchte ich doch
diese Chance nicht vernachlissigen und Sie bitten, den beigefiigten
Brief weiter zu befordern und evtl. etwas hinzuzufiigen. Vielleicht
kOnnte das Affidavit Margraff verstarkt werden und dann ftir uns
Alle ausreichen. Ich ware sehr dankbar, wenn Sie weiterhin: die
Leitung u sérer Emigrationssache Ubernahmen, denn von tier aus

dem Camo ist das zu schwierig und zeitreuben, auch kenne ich die
Bestimmungen nicht so genau. Wor hoffen immer noch sbhr auf eine
Emigration, besonders meine Frau flihlt sich sehr ungliicklich wegen
der langen Trennung. Ilse ist jetzt seit .einigen Tagen als infir-
miére von der sssitance Go-iale fran,=caise in Lyon au peir in


6L

einer Colonie d'hébergés anges «lilt, die dem /rchevéaue de Lvon
untersteht. Gérard ist noch bei der Osé bei Limoges W.0 Raton
bet der Mutter. F. verdient als Sekretdrin-Dolmetscherin, eber
elles ist sehr schwierig:dort.-—. Ten lebe, nach sehr interessan—
ter Vendange-/rbeit wieder. in den wenig anmutenden Baracken, bin
"Correpetitor™ der "Chopele", Aussichten auf Vorsteliltingen in
Montauban etx. ausserdem Sprachunterricht.

Wir denxen oft an Sue alle in diesen bewegten Zeiten, alle
Nachrichten von caruben interessieren uns brennend. Bitte griis-
sen She alle sehr von uns, und seien Sie nicht bdse iiber die
neue Aroeit, um die wir bitten, aber der Wunsch zu emtgrieren isr
Zu gross bei us.

Blatt

erzlichst
Thr
W.G.Leo
Kopie
W.G.Gep, 402 CiE, le </. novembre 1941,

S eptfonds (Tarn & Gar.) France.

Monsieur Henri Heilbrunn,
1324 Jones street
Sioux City (Jowa ) USA

Cher Monsieur,

Au nom de mes filies Dlse et ee Leo je vous remercie beeucoup
de votre aimable lettre du 29 juillet. Nous serions trés heureu x
si vous pouviez nous aider 4 immigrer en USA. Notre ami, Le Dee

fesseur W.Friedlancer, 5540 Dorchester ive. Chicago (Til) 2 la
grande bonté de stoccuper de cette affaire pour nous. Il existe
déja un affidavit d'une eousine de ma femme et de son meric,
Mr. et Mrs, Margraf, 4949 Pinetree Drive, Miami Beach (Florida)
wiis Gul n'est pas trés fort et susceptible 4 €tre renforcé.
Jtespere cue votre ami Friedlander vous donnera les détails né-
cessalres, parce que d'ici.cela. prendrait trop de temrs et gue
vous serez en état & nous sider pour pouvoir immigrer finalement.
uiaaresse a'kaith est; ~O rue Beauoourg, Paris. 4. Eile. va. dien
et travaille, meis elle voudrait bien émigrer en USM avec nous.
tous (2 filles, 1 fils,ma femme et moi).
Nous serions bien reconnaissants si par vot
émigration serait possible malgré toues les &
Revevez, Monsieur, avec mes remerciements,
sent . sentiments distingués. W26..

e assistance og
des difficulté
'assurance de wee


Walter Friedlander 1109 E University Village
Eastiansing, Mich.,den 6,.Jan.60

Liebe Gen.Hirschberg,

Li und ich méchten Ihnen vor allem ein gliickliiches,
gesundes Neues Jahr minschen und Ihnen five Ihre Karte
von <5.November danken.Gern hAtte ich Ihnen schon eher
geschrieben,aber die Arbeiten in diesen Quartai-System
an der Universit&ét,an das ich in Berkeley in den letzten
16 Jahren nicht mehr gewohnt wer,machen es schwierig,
alle Examen und Prifungen so ragsch durchzufthren,so dass
ich alle Korrespondenz vernachldssigen musste,

Mit Bedauern haben wir beide gehért,dass Sie im Herbst
ziemlich lange krank waren und nicht an der Tagung der AW
telinehmen konnten,auf der Sie sicherlich sehr vermisat
worden sind.Dass auch Gastein,mit dem Sie doch sonst recht
zufrieden waren, innen im letzten Sommer wenig geholfen
hat,tut uns sear leid.Hoffentlich bringt Ihnen das neve
Jahr gesundheitlich wieder bessere frfahrungen. Wir
fréuten uns natirlich gu héren,dass Sie die philharmoni-
schen Konzerte so geniessen,und Sie brauchen sich 2e—
Wisskeine Gedanken zu machen,wenn Sie dazu eine Taxe benut-
zéen,die ja viel weniger kostet als die Unterhaltung eines
Privat-Autos,um die wir auch hier in Lansing nicht herum-
kommen.

Kit grosser Betribnis erfuhren wir vom Ableben von
Carl Mennicke,mit dem mich ja eine lange Zusammenarbve tt
seit der Zeit der Arbeitsgemeinschaft Berlin-Ost und dann
in der sozialen ausbildung verbunden hat.Hennicke schried
mir noch Ende August,dass er an einem umfassenden Buchs
Uber die Aufgaben unseres Jahrhunderts arbeite. Noch jtnger
ist leider Prof.Hans Scheroner in Frankfurt restorben, der
Ihnen auch gewiss als Schiller und Mitarbeiter von Klumker
bekannt war,

im Z)Sammenhang mit meiner Arbeit tiber Helene Simon
wirc Cie interessieren,dass es mir gelungen ist,von eimem
in Cincitati lebenden Neffen unserer Freundin H.3. eine
Reihe sehr interessanter Oririnalbriefe und auch wichtige
Informationen Wbér ihre Jugend in K&ln zu erhalten. Aller
dings werden Sie unterdes sich schon selbst Ihre Frage be
antwortet haben,ob Li und ich erst im Herbst 1960 wach
serlin kommen wollen.Wir h&tten dies im Hinblick auf meine
neue Lehrverpflichtung nicht im vergangenen Herbst tun
k6nnen. Dass Kathe Mende nach einem Unfell auf der Strasse
zur Pehandlung ins Krankenhaus messte,tat us auch sehr
leid,Wir hoffen sehr,sie wird bald wiederhergestilt und
Kann nach Hausé zurtickkehren,

Sonst ist in der "grossen Politik" wohl eine gewvisase
Entspannung zu hoffen,die auch eine friedliche Lésung der
Berliner Fragen wahrecheinlich macht.Ob daftir die amerika-
nischen innerpolitischen Fragen,wie die kommende Prdsiden-
tenwehl von Einfluss sind,ist mir nicht sicher,

Zum Perstnlichen ist nicht viel Neues zu berichten,
Seit ich Ihnen im Oktober schrieb,wurde ich von der Univer-
eitét zu verschiedenen Tagungen nach Grand Raoids,Ann #¥or
Arbor und Detroiy geschickt.Sie wHren an einem institut
an der University of Nichican in Ann Arbor uber die Pro=
‘lemé von Krankenversicherung und arbeitslosenversicherung
und ihre Einwirkungen auf die Arbeiterschaft interessiert
gewesen, An der Wayne University in Detroit hielt ich ein


2

Referat tber die »echselnden Philosophien der Sozialar~
ceit in den Vereinigten Staaten.Auf einem Kolloquium
der Fakultdten der sozialen Wissenschaften an der hie-
sigen Universitat sparch iach uber "International Dimen-
sions of Social Work". Sie sehen,venn man als Gast an
eine neve Universitat kommt,wird man leicht zu allerlei
Dingen eingeladen,

Wuseten Sie,dass Prof.friedrich Siegmini-Sohultze
jetzt ein neves Seminar in Soest begrindet hat? Ich er-
fuhr es erst in den letzten Tagen,ais er mir davon

schrieb. Wie keht es Herrn Wissell und seiner Tochteéer
und Sen, Bach?

Weihnachten fulren wir zu unserer Tochter in Washington
wnd verlebten eine schéne Ferienwoche mit ihr und ihrer
Familie. Unser Enkelsohn Warcel hat gerade mit der Schule
begonnen und seine kleine 4jahrige Schwester, Melanie, be-
ginnt nun mit ihm zu z&hlen und zu schreiben, Wir freuten
uns sehr mait den Kleinen undihren fltern,Ich las dort
auch das klassieche Buch dber die "Beatniks",von denen

Sie gewiss h4rten,deck Kerouak's "On the Road",ein sehr

eweifelnafter Genuss. Ihnen alle guten Winsche und herz-
Ttanho firtacana ges Sa

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December 9, 2025

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