NYMPHENBURGER VERLAGSHANDLUNG
MUNCHEN 38 - WOTANSTRASSE 27a : TELEFON 60359
Munich, October 29, 1946.
Prof.Dr.Henry Ehrmann
c/o.Tnstitute of World Affaires
66 Fifth Avenue
New York City,N.Y.,USA
Dear Sir:
We have just sent you a copy of the new "RUF", published
in Germany now for a wider publicity with the same old
aims we had already fixed in USA: tolerance and decency,
as well as veace and international collaboration.
Nearly 911 our former editorisl staff is together again
in “unich now. Everybody is doing his best to foster the
new paper despite of all present difficulties. We are a
glad to be able to tell you, that the first echos were very.
| favorable. We are convinced that our special kind of
| approach especially to those young Germans, who till now
have proved to be more or less apathic or even hostile to
the new constructive ideas of genuine democracy, will |
succeed in helping them to form an own independent opinion.
Tt is an attempt to usee in @ certain way their own ter-
minology.
Hoping, that you will further on give us your kind support _
writing us about any subject you find particulary suitable.
very sincerely
yours,
cart
(Curt Vinz)
LICENSE US-E-174- BANKEN: HYPOTHEKEN- UND WECHSELBANK MUNCHEN NR. RZ 7794 et ;
DEUTSCHE BANK, FILIALE MUNCHEN NR. 3792 - POSTSCHECKKONTO: MUNCHEN NR. 5345
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NYMPHENBURGER VERLAGSHANDLUNG
MUNCHEN 38 - WOTANSTRASSE 27a - TELEFON 60359 P i ; : -
15.Januar 1947,
Vi/M
To: :
Prof.Dr.,Henry Ehrmann,
c/o.Institute of World Affairs
66 Fifth Ave.,
Rew Fork City AY. :-/OBA
é
Lieber verehrter Herr Dr.Ehrmann,
welche Freude Ihr Brief vom 3,.November 1946 iiber unseren
RUF bei unsausgelést hat, wird Ihnen sicher schon Herr
Andersch, als der derzeitige Herausgeber der Zeitschrift 8
geschrieben haben, Im Hinblick auf die umfangreiche Korres= _
pondenz, die Sie bereits mit ehemaligen selected PW'’s zu :
fuhren haben, méchte ich auch nicht noch meinerseits zu dem :
ganzen.von Ihnen angeschnittenen Fragenkomplex im Einzelnen
Stellung nehmen; was Ihnen Freund Andersch dazu zu sagen hat, |
deckt sich im Allgemeinen auch mit meinen Ansichten; darin ee
hat sich seit Kearney beim alten RUF-team kaum etwas geaindert,
dass wir im Grunds&tzlichen tbereinstimmen, in den Eingelhei=
ten aber sehr differenziert sind. Wir sind uns darin einig, =<
und dem gilt unser ganzes verlegerisches und publizistisches |
Bemtihen, dass die Frage von der Zukunft Deutschlands nicht ~ 2
von der Frage der Zukunft Europas zu trennen ist, eines Euro}
pas, dasiseine Aufgabe als Mittler zwischen Russland und Amerika
zu betrachten het, Inwieweit hierbel der amerikanischen Auf= |
fassung von der Demokratie oder dem russischen Beispiel Zuge=
stimmt werden muss, dartiber, sowie tiber viele Teilfragen gehen
~ unsere Ansichten oft hart auseinander. Zum Beispiel bin ich |
,; ein grunds&tzlicher Gegner von Anderschs Auffasung, dass die
|Elitenbildung das einzige Mittel zur Ueberwindung des Dilettan=
tismus der Masse, der Deutschland in die Katastrophe geftihnrt —
jhabe, sei. Ich empfinde mit Ihnen, in welche gefaéhrliche Nach=
\barschaft uns eine solche Auffassung fiihren kann, und das zu
iverhfiten, betrachte ich als meine pers6nliche Aufgabe als der
lizenzierte Verleger des Blattes. 3 ee,
cider ist die gegenwértige Situation in Deutschland -ja noch |
so, dass eine objektive Berichterstattung einfach noch nicht |
méglich ist. Wir leben hier zwei Jahre, nach Waffenstillstand —
schlechter informiert als mitten im Krieg als Kriegsgefangene
hinter Stacheldraht in Amerika.Driiben wussten wir zwar nicht,
was sich wirklich alles in Deutschland abspielte, daffir aber —
waren wir fiber die Vorginge in der ganzen Welt aufs beste 2:
unterrichtet, Aus der Ftille differenzierter Zeitungen und ©
LICENSE US-E-174- BANKEN: HYPOTHEKEN- UND WECHSELBANK MUNCHEN NR. RZ 7794 Zeitsct
DEUTSCHE BANK, FILIALE MUNCHEN NR. 3792 - POSTSCHECKKONTO: MUNCHEN NR. 5345 aad
j
7
7
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MUNCHEN 38 - WOTANSTRASSE 27a - TELEFON 60359
Blatt 2 des Briefes an Prof.Dr.H.Ehrmann,New York v.15.1.47.
ftir die im Lande selbst nur 20% ihres Verkaufswertes, nimlich
der Preis fiirdas Papier, ausgegeben werden brauchten, |
Es wiirde mich freuen, wenn Sie diesen Gesichtspunkt bei Ihrer
Tatigkeit in Washington wiirden an massgeblicher Stelle einmal
zur Sprache bringen k6nnen, Die amerikanischen Autoren und
Verleger mtissen wissen, dass es nicht allein damit getan ist,
das deutsche Uebersetzungsrecht tiberhaupt zu vergeben, sondern
an den Ort und den Menschen zu vergeben, der das grésste gei=
stige Kepital daraus schlaet;das wird auf Jahre hinaus nur ein
Verleger in Deutschland tun kénnen,
Mit bestem Gruss
und getreuer Verbundenheit
Ihr ergebener
(Curt Vinz)
*
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DEUTSCHE BANK, FILIALE MUNCHEN NR. 3792 POSTSCHECKKONTO: MUNCHEN NR. 5345
Zeitschriften, aus Gesprichen mit weltaufgeschlossenen Men=
schen wie Ihnen, schliesslich aus der persénlichen Bertihrung
mit dem Ausland selbst, konnten wir uns ein eigenes Bild von der
geistigen und politischen Lage auch in Bezug auf Deutschland
machen, Heute leben wir ohne Méglichkeit, unsnicht einmal ein
objektives Bild von den Vorgiaingen innerhalb der vier Zonen
Deutschlands machen zu kénnen, geschweige denn einen dringend
notwendigen persénlichen Hindruck von der wirklichen Situation
in Europa und in der Welt gewinnen zu kédnnen,.
Nur ein kleines Beispiel: Ich bin jetzt tiber 12 Monate aus der
Gefangenschaft zurtick. Bis heute Zwar es mir noch nicht méglich,
ein tatsdchliches Bild von der wirtschaftlichen Lage meiner
alten Mutter in BDesden zu bekommen. Sie schreibt mir laufend,
dass es ihr den Verh<nissen entsprechend ganz gut gehe, ich
solle mir keine Sorgen.um sie machen, aber sie beftirchte dage=
gen um meine Gesundheit, denn nach den dortigen Zeitungen zu
urteilen "mtisst Ihr in Bayern ja schlechter leben als wir."
Nun mit 1500 Kalorien und ohne Heigung bei 20 Grad Kilte lebt
_ sichs nicht gerade rosig, aber verhungert und erfroren bin ich
noch nicht. Inzwischen trafen aber wiederholt Leute ein, die :
als Fltichtlinge aus dem Osten auf ihrem Wege nach hier auch meine
Mutter gesehen und gesprochen haben und mir berichteten, dass die
Frau vor Hunger véllig heruntergekommen sei.Wem soll ich nun
glauben? Warum-kann ich mich nicht auf den Zug setzen und in
den paar Stunden zu meiner Mutter reisen und mir ein eigenes Bild
machen? Das ist die Reaktion des Einzelnen, Tausender, Millio=
nen, ganz Deutschlands und Europas.
Damit komme ich auch zu dem eigentlichen Zweck meines Briefes
an Sie, zu dem P.SjIhres Briefes vom 4.November 1946, Sie teilen
uns mit, dass wir in dem, was wir ther die "Bticher, die wir nicht
lesen atirfen"” schrieben, nicht ganz richtig informiert seien.
Das ist es ja eben, dieses Er@tibel, dieser ewige Anlass never
Missverst&ndnisse, neuen Hasses und neuer Kriege, dieses "nicht
richtig informicrt" werden! Mit Freude habe ich von Threr Mit=
€eilung Kenntnis genommen, dass jetzt in Washington eine Stelle
errichtet wurde, die die deutschen Uebersetzerrechte amerikani=
scher Bficher genehmigt und vermittelt. Der Haken ist nur noch
der, dass wir Verleger noch nicht laufend tiber die amerikani=
schen Neuerscheinungen informiert werdensodass wir stets zu spat
kommen werden,nachdem die deutschen Uebersetzungsrechte bereits
an unsere schweizer Kollegen vergeben sind.Ich bedauere das nicht
fso sehr aus wirtschaftlichen Gritinden, sondern vor allem aus gei=
stig erzieherischen. In der Schweiz werden geistige Werte sveku=
flativ gehortet,: von denen nicht abzusehen ist, ob und wann sie
inmal dem deutschen Volke’ im Interesse der Vdlkerverstindigung
ugingig gemacht werden kénnen. Denn die wirtschaftlichex Lage
mird es den Besatzungsm&chten und einer eventuellen deutschen
egierung auf viele Jahre hinaus nicht gestatten, noch Devisen
Pir die Binfuhr von deutschen Btichern aus dem Aealene freizugeben,
/
Blatt 2
4125 Ninth Street, Kw
Washington 11, D. ¢.
March 25, 1947
Mr. Curt Vinz
Nymphenburger Verlagshandlung
Munchen 38, Wotanstrasse 27a
Germany
Dear Mr. Vinz:
I was extremely glad to have your interesting letter of January
15. It was very good to hear from you, and shortly thereafter to see
your face in the February lst edition of HEUTE.
Your remark concerning your opinion on the "elite" issue was quite
reassuring. I am certain that the very fact that somebody is thinking
that matter through will help greatly to clarify your magazine's stand-
point on this important question. I was also gratified to see that Der
Ruf printed my comments in full and that the editors asked me to con-
tribute an article in elaborate of my remarks to their point. God only
knows when I will get around to writing that article.
Now, in regard to your questions concerning the translation pro-
gram. As I wrote you before, the War Department is sponsoring (that
means actually paying for) German translation rights of outstanding
American books. As you rightly say, it is absolutely indispensable
that information concerning the available titles is being circulated
among German editors interested in acquiring such rights. But I an
certain that if you keep after the Information Control Division offi-
cers with whom you are in touch, you will be able to obtain the neces-
sary information shortly.
At present we are trying to split up the German translation rights
for Germany from the Germen language rights acquired by Swiss publishing
firms. We are perfectly aware that Swiss publishers are at present
hoarding books and thereby contributing to your intellectual starvation.
We are almost certain thet we will find ways to overcome this situation.
Your letter which I showed to the persons more specifically concerned
with the translation program will help us to push things along.
By the way, my book "FRENCH LABOR - From Popular Front to Libera-
tion" has finally been printed by the Oxford University Press. I do _
not want to push you into publishing this opus, but would certainly like
the idea of seeing your house bring out 4 book which is dedicated to my
students at Fort Kearney, Fort Wetherill, Fort Getty, and Fort Bustis.
There are two sets of galley proofs already in Germany in the hends of
one of your former comrades, Franz Friese, Am Neuen Berg 12, Bielefeld,
British Zone, who asked me to let him translate the book. I would be
glad to have him do so if he finds a suitable publishing house. If you
are interested at all, you might get in touch with him about this matter.
Wherever the book will come out, if at all, I would like to write a
rather lengthy special preface for the German edition, rounding up the
lessons to be drawn from this chapter of French history for general de-
velopments. A recent article of mine in Foreign Affairs is bringing the
book up-toedate. It might be added as an epilogue to the book as pub-
lished by Oxford.
A good piece of news: Mr. William Moulton will come to Germany in
May and June on a mission which is specifically concerned with the pres-
ent activities of the former selected prisoners. I am sure that he will
have a long telk with you and your colleagues, and that this renewal of
contact might be mutually useful.
With very best regards.
Yours,
Henry ¥. Bhrmann
NYMPHENBURGER VERLAGSHANDLUNG |
MUNCHEN 19 HUBERTUSSTRASSE 4 TELEFON 60359
Munchen, 12sDeeT
Mister
Henry W. Ehrmann
4125 Ninth Street, Nw
Washington i1, D.C./USA.
sehr verehrter Herr Dr. Ehrmann,
ihr sehr interessanter und aufschluBreicher Brief vom 25. Marz
hat leider tiber einen Monat gebraucht, bis er nach Miinchen kam.
Inzwischen war ich mehrere Wochen auf Reisen, unter anderem in
New J
Osterreich und in der russischen Besatzungszone Deutschlands,
wovon eine Menge Interessantes zu berichten ware, was ich mir
Jedoch fur ein andermal aufheben mu8, da ich Sie heute von einem
Breignis in Kenntnis setzen michte, das mitzuteilen ich als meine
Fflicht erachte.
A A > . . . ’ - - wT TT ~“, |
Anfang April sah ich mich leider veranlaBt, die alte RUF-Redaktion, |
das heiit im besonderen die beiden bishe srigen Herausgeber, Herrn
Andersch und Herrn Richter, abzuldsen. Die Griinde dafiir sind in
der Entwicklung einer geistigen Linie des RUF zu suchen, der die
Ai
Nymphenburger Verlagshandlung und im besonderen ich als ihr Lizenz—
“
trager keineswegs gewillt war zu folgen.
i
Ausgangspunkt fiir die Herausgabe des RUF in Deutschland war die
Absicht, die in USA gewonnenen und driiben in unserem alten RUF
publizierten Ideen in weiterem Rahmen wirksam werden zu lassen,
wobei das Blatt selbstverstdndlich auf die besonderen Verhaltnisse |
in Deutschland nhicksicht zu nehmen hatte. In meinen Vorverhand lungen
mit Herrn Andersch einigten wir uns auf ein Programm, wie es schlieg-
lich in groben Ziigen in den Artikeln der ersten Nuumer zum Ausdruck
kam: fiir Demokratie und ee (wobei es unser Bestre-
ben sein sollte, eine Synthese zwischen Humanismus und sozialismus
Zu finden und dem Ausgleich zwischen Ost und West zu dienen) und
rea cp Ki - : * 2 j rel * < ma j Nr : ‘ oo =
gesen wationalismus und jede Form von Militarismus.
LICENSE US-E-174 BANKEN: HYPOTHEKEN- UND WECHSELBANK MUNCHEN NR. Rz 7794
DEUTSCHE BANK, FILIALE MUNCHEN NR. 37 - POSTSCHECKKONTO: MUNCHEN NR. 5345 Se ee ee
Blatt 2 um Stiefean Mister Ehrmann, Washington vom 120¢3detr om
DaB der "Generationsfrage" dabei ein besonderes Augenmerk geschenkt
werden miisse, verstand sich aus den gegenwartigen Verhaltnissen in
Deutschland als notwendig und dringlich.
Doch schon nach den ersten paar Nummern erwies sich, da die Redak- -
tion unter anderem einer Elitebildung das Wort sprach, die dem Blatt ’
|
immer mehr den Beifall "von der anderen Seite" einbrachte und otimmen
wachrief, die verdammt nach dem fruheren "Tatkreis" klangen. Gerade
weil ich friiher einmal beim Eugen Diederichs Verlag gearbeitet habe
und die Entwicklung der alten "Tat" unter Eugen Diederichs hin zum
"Riitenblatt" unter Hans Zehrer aus nachster Nahe beobachten konnte,
erhob ich schon friih warnend meine Stimme. Meine Einwande wurden
jedoch jedesmail in den Wind geschlagen. Aus der Synthese von Huma-
nismus und Sozialismus wurde ein sozialistischer Neofaschismus
und die schine Briicke zwischen Ost und west erwies sich als ganz
massiver Pfeiler gegen die vier Besatzungsmachte, soda der RUF
nicht nur von den Russen verboten wurde und zur Verhaftung von
Buchhindlern in der Ostzone fiihrte, sondern auch die Franzosen in
rat protestiert hatten, wenn nicht vorher die amerikanische I.C.D.
eingegriffen und mit Nummer 14 eine strafweise Auflagenkurzung
auf 50 ooo Exemplare fiir die Dauer von 4 Monaten verhdnget hatte,
bei Ankiindigung des Lizenzentzuges fiir die Nymphenburger Verlags-
handlung im Wiederholungsfalle.
|
Baden-Baden beleidigt waren und die Englander vermutlich im 0.0. |
Ich benutzte diesen Anla& noch einmal dazu, als Verleger nicht nur
dringend zur MaBigung im Sinne einer Vermeidung neuer Verstof£e
gegen die Lizenzbestimmungen anzuhalten, sondern vor allem, um
dahin zu wirken, die Ausgangslinie des RUF in Ubereinstimmung mit
der Generallinie des Verlages in Zukunft unter allen Umstainden zu
bewahren. Dies bedeutete fiir die Herausgeber natiirlich, da& sie
auf den Beifall von der anderen Seite h&tten verzichten miissen und
sich in die Reihe der "unpopuld:en” Journalisten hatten einreihen
miissen. Dazu konnten sie sich jedoch nicht entschlieBen. Sie ant-
worteten mit ihrer Kiindigung, die. anzunehmen ich mich trotz aller
damit verbundenen Schwierigkeiten sn der redaktionellen fortfuhrung
des Blattes entschlo&. Wie recht ich damit tat, zeigte sich schon
wenige Tage darauf, als tiber das Blatt ein offizielles Erschéinungs-
verbot verhangt wurde. Nur der Hinweis darauf, da& das Vertrags-
verhdltnis mit den alten Herausgebern bereits gekindigt war, gab
mir die Méglichkeit, das generelle Verbot wieder ruickgangig zu
| Blatt 3
os
VW PR 2 Waa 5 1
Blatt 2 jum Sriefean Mister Ehrmann, Washington ou eee
machen und den RUF fortzufiihren. Der Versuch, vor allem Herrn An-
dersch als Mitarbeiter weiter im RUF zu Wort kommen zu lassen, wozu
ich auch die Genehmigung und das Einverstadndnis der amerikanischen
Militdr-Rezicrung bekam, scheiterte an dessen bajuwarischem Dick-
kopf. Er glaubte, es nicht mit seiner Ehre in Einklang bringen zu
kénnen, unter der Leitung eines neuen Herausgebers mitarbeiten zu
kOnnen. Andererseits hat er bewiesen, daB er bei vollster Anerkennung
seiner publizistischen Fahigkeiten nicht dazu in der Lage ist, ein so
kritisches Blatt, wie es der RUF ist, mit Geschick und Takt selbst
zu leiten.
Ohne Zweifel bedeutet der Redaktionswechsel eine unerfreuliche Bege-
benheit. Die geistige und politische Situation aber in Deutschland
erfordert von alle sn, die sich berufen fiihlen, daran gestaltend teil-
zunehmen, ein groBes Mak von Verantwortlichkeit, Selbstzucht und |
Toleranz und den entschlossenen Willen zur Unpopularitat. Die kiinfti-
ge Entwicklung des RUF wird den Beweis erbringen, daB dieser Forde-
rung im Dienste des deutschen Volkes und seiner neuen Beziehungen
zu den ibrigen Voélkern der welt Geniige getan wird.
In dieser Hinsicht darf ich Sie, sehr verehrter Herr Dr. Ehrmann,
bitten, dem RUF weiterhin Ihr wohlwollendes, aber auch Ihr kritisches
Augenmerk zu schenken und mir von Zeit zu Zeit Ihren Lindruck und
Ihren Rat gu iibermitteln.
Mit Freude habe ich auch davon Kenntnis genommen, da& Sie der Nymphen-
burger Verlagshandlung Ihr neues Werk "French Labor" zur Priufung
Zzugangig machen wollen. Ich habe mich sofort mit Herrn Friese in Ver-
bindung gesetzt und ihn um Einsendung der englischen Fahnenabziige
gzebeten.
Zum Abschlu& darf ich Ihnen noch meinen und meiner Familie herzlich-
sten Dank flir die Ubersendung des Geschenkpaketes danken, das kiirz-
lich durch eine CariAys-Gesellschaft bei uns eintraf. Major McKnight,
der des ofteren ein lieber Gast in unserer Familie ist, wies uns da-
rauf hin, da& Sie vermutlich der ungenannte Veranlasser dieser kost-
lichen Spende sein durften.
Mit bestem Gru8B auch an Ihre verehrte Familie
Ihr er Waa,
aa Vinz)
Redalit cadaanet.”
Maske rr DURERGSTRASSE 1620011, 4 12. 6. 1 1961
ie
TELEFON 60359 = oe Sos KY/EI
VERLAG: NYMPHENBURGER VERLAGS-
HANDLUNG + MUNCHEN 38
3 WOTANSTRASSE O7A.
Herrn Professor —
Dr.Henry Ehrmann © oe 7
c/o Institute of World Affairs —
66 Fith Avenue
New York —e N.Y.
TELEFON 60359.
Sehr geehrter Herr Professor!
Sie waren So liebenswirdig, dex ‘aaa aos der Zeitschrift
DER RUF fiir ihre ersten Nummern einige Beitrége aus. Ihrer —
Feder zur Verfiigung zu stellen. Die Berichte stiessen bei
den deutschen Lesern auf grosses Interesse. Wir mdchten
heute an Sie die Bitte richten, uns nach Méglichkeit
weitere Artikel tiber politische oder wirtschaftliche }
Themen zur Verfiigung | zu stellen. Von besonderem Interesse %
fiir unsere Leser wire ein Eericht tiber die inneramerikani- —
schen Auswirkungen der angekiindigten Europe-Hilfe. Wir Sind
auch an anderen Original—Berichten sus dem Sffentiichen oe
Leben Amerikas st&ndig interessiert. Falls es médglich a45-°5
den Text durch geeignete Bilder zu erginzen, wiren wir fir _
die Uberlassung von Photos ebenfalls sehr damkbar. Um den 2
Rahmen unserer Zeitschrift nicht zu sprengen, w&re eine
Linge von etwa héchstens ftinf Schreibmaschinenseiten
-wiinschenswert. Da die deutsche Presse tiber keine eigenen
_ ,usland~Korresp on denten verfiigt, sind wir gendtigt, auf |
diesem direkten Weg die Verbindung mit dem Ausland herzu--
stellen, an der uns soviel gelegen ist. Wir waren Ihnen zu.
ausserordentlichem Dank verpflichtet, wenn Ste uns in die ser
_Bestreben unterstitzen xonnten."
Wir begriissen Sie
geben: Hochachtung
er or Ruf”
Eo a ae a ae as a A I Eh a i Re eR Et
NYMPHENBURGER VERLAGSHANDLUNG
MUNCHEN 19 HUBERTUSSTRASSE 4 TELEFON 60359
Miinchen, 25.6.1947
Herrn Dr. Henry W. thrmann
Washington
Sehr verehrter Herr Doktor Ehrmann,
.
els von Herrn Friese die Fehnenabziige der amerikanischen Ausgabe
s Buches "French Labour" bei uns eingingen, sind sie sofort
drei Herren unseres gs aa darunter auch von Herrn Dr.
nd von mir gelesen worden. Alle drei waren wir uns dartiber
einig, ds8 es sich bei Inrem Buch um die bisher bedeutsamste
Arbeit tiber die geschichtliche Entwicklung der Volksfront in |
Frankreich handelt, die sehr wertvolle und aufschluBreiche sach-
liche Einzelheiten vermittelt. Wenn wir uns trotzdem nicht ente
schlie8en konnten, des Werk in unserem Verlag herauszubringen,
so einfach deshalb, weil sich das Werk themtisch nicht in unser
Verlagsprogramm ¢infiigen L&Bt, das historische und politische
Verdffentlichungen nur dann berlicksichtigt, wenn sie sich in mehr
aligemeinem Sinne mit umfassenderen Gegenstinden beschaftigen,. |
So bringen wir jetzt zum Beispiel das grundlegende Werk des Fran-
zosen Gaxotte liber die "Franzdésische Revolution" heraus. In die-
sem Zusammenhang wiirde Ihre spezielle Arbeit doch recht verloren
wirken-und durch uns nicht an die Leserschaft herangeftinrt werden
kOnnen, deren desonderes Interesse sie verdient. Sie diirfen ver-
Sichert sein, daB és uns nicht leicht gefallen ist, diesen Ent-
schlu8 zu fassen, denn nichts hdtten wir liebder getan, els gerade
6in Werk von Ihnen, als unserem verehrten Lehrer vom PW-Special-
oe in Deutschland herauszubringen. Vielleicht bietet dazu
ht bald ein neues werk von Ihnen die Gelegenheit.
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DEUTSCHE BANK, FILIALE MUNCHEN NR. 3792. POSTSCHECKKONTO: MUNCHEN NR. 5345
Blatt 2 sum Briefe an “hrmann, Washington oom. 25,687
Was uns hier im Augenblick besonders not t&te, ware sine umfassende
Geschichte des Sozialismus von einem tiberparteilichen Gesichtspunkt
AUS 6
Sie werden inzwischen meinen Brief mit der Darlegung tiber die redak-
tionelle Entwicklung des "Ruf" unter Alfred Andersch erhalten haben.
Damit hat Ihre Anfrage bei Major McKnight im Zusammenhang mit der
VerSffentlichung in der "New Republic" ihre Erklirung gefunden. Lei-
der haben wir bis heute noch nicht den rechten neuen Herausgeber ftir
das Blatt gefunden. Die Ubergangslésung befriedigt uns noch keines-
wegs, aber wir geben die Hoffnung nicht auf, im rechten Augenblick
auch die richtige PersGnlichkeit ftir diese wichtige Aufgabe zu finden,
Aus dem Kreis der ehemaligen Getty-Schtiler werden wir sie leider nicht
finden; sine Entt&uschung, tiber die Ihnen Mr.Moulton nach seiner Riick=
kehr in die USA sicher berichten wird.
Wir haben es als ein gutes Zeichen gewertet, da8 Mr.Moulton nach hier
geschickt wurde, um sich nach dem Verbleib der ehemaligen Special-
Project-Leute zu erkundigen. Hoffentlich finden seine Erfahrungen
und unsere ihm iibermittelten praktischen Vorschlaége nicht nur ihren
Niederschiag in einem Memorandum, das dann zu den Akten gelect wird.
Hierbei darf ich Sie euch auf einen kleinen Speech aufmerksam machen,
den ich kiirzlich in Mtinchen vor einer Gruppe durchreisender amerika-
nischer Zeitungsverleger und Journalisten hielt. Den Text dieser in
knglisch gehaltenen Rede ftige ich Ihnen bei; gleichzeitig eine Liste
der amerikanischen Werke, die im Rahmen unseres Verlages herauszubrin-
gen mir dringend notwendig erscheint. Allerdings mii8ten dazu die note
wendigen Voraussetzungen von Amerika aus geschaffen werden.
ich schlage dazu vor: :
1. Hine Erhdéhung der vom War-Department bisher ausgesetzten Summe
von 250 Dollar ftir ein Verlagsrecht oder
2- die Méglichkeit flir die deutschen Verlege zur Hinterle gune einer
Garantiesumme auf 6in besonderes ‘onto, das bis zur Transfsrie-
rungsméglichkeit den Schutz der Militd&ér-Regierung vor einem etwai-
gen Wahrungssturz genieBt;
Slats 3 sum Driefe an Ehrmann, Washington vom =25,6.47
Die Anregung, ob die groBen amerikanischen Stiftungen (Rockefeller,
Carnegie u.a.), die bisher ftir die wissenschaftliche Ausbildung
in Deutschland eingetreten sind, die fiir den Erwerb der Rechte
notwendige Summ nicht von sich aus vorschieBen kinnten, bis die-
selbe eines Tages von dén deutschen Verle gern an die Stiftungen
zurfickgezahlt oder schon jetzt nach Weisungen dieser Stiftungen an
deutsche wissenschaftliche Institute tberwiesen werden kénnten.
Damit will ich ftir heute schlieSen. Ich wiirde mich freuen, gelegent-
lich wieder einmeal von Ihnen zu héren,
Mit den besten GriiBen von uns allen
Ihr sehr ergebener
125 Ninth Gtreet, Neve
Washington 11 DeCe
Augast lz, 1947
Lieber Hert Ving,
besten Dank fuer Ihren Brief vom 25.6. und den der Redaktion
des RUP vom 18.6. Inzgwisshen haben Sie meinen “Rundbrief" be-
konmen, der Ihnen von meiner Zeitbedraengnis Mitteilung machts.
Auf meinem Amtsseliteibtisch ist euch der Brief an Secretary 6
State gelandet, den Sie durch Major McKnight an Dr. Smith sandten
(da ja tatsaechlich inmer noch das Kriegsministerium die allei-
nige “operational responsibility " fuer die Vervaltuny kulturcller
Angelegmheiten traegt. )
Ihre Anregungen re Jebersetzungen sind ausgezeichnet; ich habe
mich fuer sie cingestwézt.Der Erfolg bleibt abzuwarten. Insbeson-
dere hebe ich Ihre Liste eingeréécht. Information Control hat
die Uebersetzungsrachte fuer die Mehrzahl der Titel bereits er-
worben oder kann sie erwerben. Uebr&kgens ist die Pruge des ge-
ringen Vorschisses in der Mehrzahl der Paelle, oder jeflenfalls de-
nen, die nicht die Schweizer weggeschnappt, keine Schwierigkcit.
Past alle Autoren sind bereit “fuer dic gute Sache" gunaecchst auf
Royalties zu vergichten. Uebriggns: wachhend ich mick natuerlich
gefreut haette mein Buch bei Ihnen erscheinen zu sehen, verstehe
ich Ihre Ablehnung vollkommen,.
Schliesslich zur Bitte um weitere Miterbeit. Im Augnnblick mss
ich sie sus den im "Rundbrief" erwaehnten zeitlichen @ruenden
uebersll eblehnen. Aber ich hoffe, dass das in Winter anders werde
wird und werde dann gerne helfen, wenn Sie dann nech wollen.
Lassen Sie mich hier gangs aufrichtsig seins ich habe natuerlich
nicht mur .on Ihnen, sondern such von Andersch, und sogar
von verschiedenen Quellen inmnerhalb der Militecerregierung ein
sehr --nun sagen wir untibersichtliches Bild der ganzen Angelegen-
heit erhalten. Ich habe schliesslich eingesechen, cass ich von
hier aus nicht wirklich usber Recht und Unrecht emtscheiden kann.
Ich bin immer noc!. recht betruebt ueber.die Spnaltung eines hoffe
mungsvollen Anfangs. Palls Andersch und Richter weanders eine
behoerdlich zugelassene Wirkungsmoeg!ichkeit finden, werde ich
bei ihnen gehau so mitarbeiten wie bei Ihnen. Das ist alles,
was ich heute und von hier dazu sagen und tun kann,
Mit dembester Gruessen
ihr
DIE NYMPHENBURGER VERLAGSHANDLUNG
ERLAUBT SICH
IHNEN RECHT FREUNDLICHE GRUSSE
ZUM WEIHNACHTSFEST
i
UND DIE BESTEN WUNSCHE
ZUM JAHRESWECHSEL ZU UBERMITTELN -
:
|
NYMPHENBURGER VERLAGSHANDLUNG
MOUNCHEN FO RO TAN SERA SEH 27a TELEFON 60359
Hubertusstr. 4 i | > *
Mtinchen, 186861987 a
_ Vi/Voe oo
iy : ; )
C -. ‘ i ;
é = =
: ‘ ;
Herrn Professor
Dr. Henry Ehrmann ‘
4425 Ninth Street, NW |
Washington 11, DO
| : ror
nachdem Ihr Juli-Rundbrief in unserem engeren Freundeskrgis
in Mfinchen die Runde gemacht hat und wieder an mich zuriick-
: gekommen ist, mdchte ich nicht versdumen, Ihnen recht herz- |
lich daftir zu danken. Vor allem liegt mir am Herzen, Ihnen
Ihrer Professur an der Universitaét Colorado meinén verbind- a.
lichsten Gltickwunsch auszusprechen. .
-
Ich méchte heute Ihre angespannte Zeit nicht mit langen. Erkli-
Ae el Oe Pe ee
rungen, Fragen oder Bitten in Anspruch nehmen, sondern sinige
kurze Worte zu einer mit gleicher Post an Sie abgesandtenSen- ~
oe
dung unserer ersten Verlagswerke beifiigen.
In keiner Weise soll diese Sendung bedeuten, da ich von Ihnen
sofort eine AuBerung erwarte. Ich méchte Ihnen nur Binblick ee
geben in das, was ich vorhabe und Sie auf dem laufenden halten.
Vielleicnht bleibt Thnen inmitten Ihrer vielen Verpflichtungen
doch gelegentlich einmal eine besinnliche Stun ide, daB Pie einen
Blick in die Bande werfen kénnen. Mit ihrem Druck und ihrer
Ausstattung hatten wir den Zeitverhiltnissen in Deutschlsend ent-
sprechend viele Schwierigkeiten gehabt. Auch lassen diese Pro- |
ben, die nur einen nicht ganz addauaten Ausschnitt aus einem :
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"enemaschigen" und im einzelnen ausbalancierten Programm geben, —
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LICENSE US-174 - BANKEN: HYPOTHEKEN- UND WECHSELBANK MUNCHEN NR. Rz 7794 ee * ;
* sd gdatie rte BANK FILIALE MUNCHEN NR, 3792 - POSTSCHECKKONTO: MUNCHEN NR, 5345 DeWe
ae,
* * * *‘*wokl nur in den ersten Umrissen mit wiinschenswerter Deut-
: lichkeit die Linie erkennen, die einzuhalten ich mit freund-
licher Untersttitzung von Dr. Hocke, der mir als Lektor zur
Seite steht, bestrebt bin.
So darf ich also diese ersten Bainde Ihrer freundlichen Auf-
merksamkeit empfehlen, nicht ohne dabei gleichzeitig fiir alles,
was im einzelnen noch besser werden kénnte, gelegentlich Ihre
Ratschlige und fiir das Fehlende und Unzulangliche Ihre Nach-
sicht zu erbitten. See 9% Oe ¢
In herzlicher Verbundenheit und mit den besten Griifen
Ihr ergebener
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l sa Be Curt ; Ton, pobiieher and Be pte or the Getnan
publishing. house, Nymphenburger Verlagshandlung, a
A number of German prigoners: or war, Aneluding myself, hae
the good fortune to sit out. “part of the war at Port: Kearney
on Narragansett Bay directly opposite fashionable Feuport. ey
We prisoners were all. opponents of the Hitler regime and felt :
Strongly linked to the Christian and humanistic tradition, - — - |
We were mostly publishers, authors and journalists. ‘There, at
Forte: Kearney, we. worked together on a periodical for i as.
. Prisoners of war r An Amerien, which we. named "Der Ruf" ithe: he
* Despive baybed-vire,, we beetne. acquainted with much of intelles-
tual America, that which: our friend, Professor Howard Huntord
“Tones, calls "Ideas: of América", end that which ‘Professor |
f -V.Smith from Titengs, MRE CER tye explained tu many lectures.
ati Se ine
afisiowetee Pita
2 2 thie, infoxmeal ataosphére freely exchanging “aaa 4 ‘in round ¢ table
ene we dare. BE te og idea of Pounding 5 a F couk: Weblsenine: - ;
house. ee ge Bae pe sg Cat i ng AR sy
™,
Fe ‘Torned. our program. ‘the. New ork: Times ‘columnist, Drew aidaie- ;
ton, us the stimleting idea thet the latest American oh oe
“literature was swinging like @ pendulum from a certain ‘scepticism Cc
against basic human values to a ‘recognition of. these. values, ae
know that Germans are sceptical of human values, .of democratic — as
idealism. He determined to fight that. seep has tee Sora
Late when we. réturned to Germany, we —dié not. possess ‘anything
but our barracks-bag. Only a tow had saved ‘their pennies. With rt es
this: So eg started with a sie: ‘small ‘room for our office and
“After neving been Hasiesd: we succeeded in republishing ag ae
and in founding two other periodicals, "Die Deutschen Beitrige"
{The Cerman Contributions) and “Das Munohener ‘Tagebuen* is: re
Munich Diary), ee eR ee rm ee
ee satisfaction many Germans, former freinds of ours, “Poth known and
: GCredually wa “aie our first. eontracts with euthors. To our. great
at. eee
unknown in the Literery AO, responded enthusiastically,
We have had difficulties in meinteining our objectives. At first, a
the German edition of "Der Ruf" was published under two editors who
made the mistake, more ‘or less intentionally, of using the columns
er "Der Ruf © to arouse a new nationalism. —
‘This neti onalism has its roots in the present material distress of
the German people, But we - the management of the publishing firm
recognize the errors of nationelism and Aint lions and we dismissed
these. editors, , a
ee wie ‘stuay the Niirnberg trials, It is one of our tisk. to puvlish:
the results. of Niizabere, We. begen cur work with the publications of the
_ three speeches for the prosecution by Justice Tockson | and the Mirnbers
verdict in a hundred thousend edition, | : :
Our. publishing wound seeks an honest and reasonable share in a sound
: re-orfentation of the German. mind, ‘Boing SO, we want to preserve our
own charecter and our personal freedom of SRSA: ane. AneTiosns
cans o ‘gprrets fe wet to. oa tes st or are Saeuean: traits.
Ne cling to the traditions” by which Garl Schurz once obtained SO much
F reputation in America. As free nen we. want to work with free men of
_ the whole world. Against warlagainst. distrust! Agsinst hatred! For
peace and for that tolerance of. the Rumen apt praised by Goethe
as well as ‘by Walt Whitmen. . *
Que. of our first books is the- narrative by Walter Kolyenhoft, "Yon ae
unserem Fle isch und Blut" (Of our ‘Flesh and Blood) which won ti first mee
prize in a eompetition run by "Ler Rut". Another: of our most impor=
tant young German authers is Gustav René Hocke whose fliction-Trblogy 2
shows how Europe repeatedly lost. its human equilibrium by the outbreak
of psychic disorders and epidemics, Also an anthology of. poems, writte
by prisoners of wer Fics: América, is being published in furtheranes ie
our program,
We are also pititening English authors such as Beil M. Gunn or ee.
de la Roche, and French authors such eas Maurice Desselle and Pierre
Gaxotte, Furthermore we have the publishing saree for | Scandinavian
bexeiulcier 3 for tnavance: Selme Lagerlf. a é
a a
Unfortunately, the program of our publishing firm is seriously im=-
peded by. the complete unavailability of modern Amerioan literature.
The demand for modern American literature is enormous in Germany.
fhile the frenoh and Russian | fleod the book market in their Zones
of. occupation with a constant stream of French and Russians works,
it is very difficult. to get any American books. ie may only trust —
that the voices of intelligent American personalities will soon”
de heard in the USA in order to helo us AS SOON as possible to ee ive
ane of our, principal tasks, i. Sep the introduction of lt new Ameri~
can. literature to Germanye
During the Hitler period, Germany Was surrounded by & Chinese Wall,
Unfortunately this well still exists today. ‘Therefore it should be |
our common effort to open Germany more widely to the liberalizing i) Y
influences of the West by the removal of the restrictions on the
entry of American books in German translations and other Crome ©
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