Voegelin, Eric, 1980

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ERIC VOEGELIN
839 SONOMA TERRACE
STANFORD, CALIFORNIA 94305, 22. Juli 1980
327-6421

(415) €57-0299

Lieber Herbert:

Das War eine Freude, nach so langer Zeit von Ihnen 2u hoeren —~
mit den Nachrichten ueber Ihre gegenwaertige Situation, ueber Kinder und =
Enkelgund der Nabhricht, die uns sehr bedruackt, ueber Emny's Schwierigked:
‘ten. Wir haben uns ausefsnder gelebt, weil unsere Berufe und die damit
bedingten Personenkreisé sich so wenig ueberschneiden. Nur Hayek haben wir
in den leteten Jahren ein paermal gesehen, weil seine Weltreisan ihn
gelegentlich auch nach Stanford bringen; auch hat es mit ihm eine Zusemmen!
kunft bei der Philadelphia Society gegeben. Umso dankbarer bin ich fuer
die Nachrichten ueber Haberler und Machlups. Ueber Winternitz kann ich
Thnen sagen, dass sein grosses Leonardo Werk fertig und im Publikationspro:
sess bei der Yale University Press ist.

Bei uns geht es so einigermassen gut, wenn auch mit den unvermeid
Lighen Altersbeschwerden (Herz und Lutige angegriffen, leichte Ermuedung, =
ete). Von Muenchen bin ich seit '69 emeritiert; hieabei der Hoover hatte
ich fuer sechs Jahre ein Forschungsstipendium; seitdem habe ich den
schoenen Titel eines Senior Resemmch Fellow (aber ohne Bezahlung).
Im Laufe der Jahre hat sich ein Schema von Vwotragswellen im Frudijehr und
Hebst, herausgebildet. Dieses Jahr 2.B. waren die Lippincott Lectimes in
Minnepita, diewhite Lectures in Ijiisiana, ein Intervieymit dem Norddeutsoh
en Rundfunk in Hamburg, und dann noch ein £kBhrendoktorate in Colorado
Springs. Im Herbst kommen ein Sympatum mit dBeissig Leuten in Muenchen ,
im September, ueber meine neueren Arbeiten; daran anachliessendy. im
Okteber, vier wechen Vortraege und Seminare beim European University
Institute in Florence; im November wird die Universitaet Augsbumg, zur :
Feier ihres l0jaehrigen Bestandes, ihr erstes EKhrendoktorat an.mich verlei-«
hen, was einen Vortragé speaeter th akademischen Jahr zur Folge hat.

Meine eigene Arbeit geht gut weiter. Ich arbeite am Vol.V von
"Order and History". Die Relm Foundation hat mir einen Assistenten
bewilligt, Paul Caringella (Professor of Phil.am Rerlham College), einen
ausgezeichneten Kenner der philosephischen Literatur, der.mich teéplich
mit den. Materialien versorgt, die noetig sind, um meine Probleme biblio~
graphisch up-to-date zu bringen.

Vielen Dank fuer Thre Abhandlung ueber Bretton Woods; sie
bestaetigt, was ich mif“meinen bescheidenen nationaloekonomischen Kennt~.
nissen gueberfie Situation vorgestellt habe. Als Gegengabe schicke ich
mit gleicher Post eine Studie ueber "Wisdom and the Magic of the Extereme",
die Ausarbeitung meines Vortrags bei Eranos in 1977, Der betrefénde Band
ist noch immer nicht im Druek 2u haben, dag Eranos finanzielle Schwherig=
keiten mit dem Verleger hat.

Mit allen guten Wuensehen fuer Sie und Thre Famile, und Gruessen
an unsere Freunde, von uns beiden, .
Sehr herglioh Thr,

EE gee
wid GoelstgeSa,

ERIC VOEGELIN August 5, 1980
839 SONOMA TERRACE

STANFORD, CALIFORNIA 94305
327-6421

(415) 887-208

Lieber Herbert:

Aus Threm guten Brief vom 29. Juli sehe ich, dass
Sie ueber meine Taetigkeit von verschiedenen Seiten sehr unzureichend twfn.
informiert wurden. Erlauben Sie mir daher Ihnen ein paar Drucksachen
zu schicken, die eben eingelaufen sind, betreffend die Meetings im
H erbst:

(L) Das Programm fuer das Symposion in Tutzing. Die Teilnehmer-
zahl wurdedaf 30 beschraenkt, um die Diskussion rational zu halten.
Alles vormalige Schueler, die jetzt in akademischen Positionen sind.

Die Namen werden Thnen nicht viel sagen, da sie der juengeren Generation
angehoeren, Die aeltesten Teilnehmer sind Anfang 40. Aber immerhin,
die Liste mit ihrer geographischen Verteilung wird Ihnen einiges sagen.

(2) Das Programm fuer das von Cranston organisierte Colloquium,
an dem teilzunehmen ich eingeladen wurde. (Mein Name ist noch nicht auf
der Teilnehmerliste, weil zur Zeit ihres Druckes es noch unsicher war, ob
ich nach Florenz kommen wuerde)4, Das ist die aeltere und mittlere Gener-
ation, mit der ich in Kontakt bin.

Meine Beziehungen zur Hoover Institution sind in der Tat duenn.
Die Herren bei Hoover sind politisch interessiert; und wenn Reagan
gewaehlt werden sollte, werden einfys ganze Reihe von ihnen als "advisers"
ete. in der Administration auftauchen =~ oder so hoffen sie es wenigstens.
Dafuer habe ich natuerlich keine Zeit; und umgekehrt sind die Hoover
Leute nicht an meinen theoretischen Arbeiten interessiert. Aber immerhin,
Dick Allen, der Foreign Pplicy adviser von Reagan hat bei mir in Muenchen
gearbeitet.

Im uebrigen scheint das Interesse an meinen Arbeiten zu wachsen.
Zwei Monographien hier in Amerika’ sind im Druckprozess. Zwei Baende
Abhandlungen ueber mein Werk sollen im Laufe des Jahres erscheinen.
Die grosse Festschrift, die Sebba und Opitz organisiert haben, soll
fuer Amerika von der Bicago University Press uebernommen werden. Die

Mitd vielem Dank fuer Ihr interesse, und allen lieben Gruessen an

unsere Freunde, bin ich
Sbkr herazlich der Thre,

Ea Vs n
Erie Voegelin

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Box 2 (2-Correspondence), Folder 187
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July 20, 2021

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