Jaspers, Karl, 1946-1952

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ofegsor Jaspers Heidelberg, 13, 6. 1046

_ Gehy geokrter Herr Pastel f Boch oy wees tee ty YE
Yoh habe mich aussarordontiton gefreut usher ‘Thre ghblen vim 1. Mad, die am 8, Juni dn
meine Haénde Kanon. Zwed Nuiimern déx Doutschon Blaettar @ind mir vor daengerer gell duroh
Prounde usbermittelt worden, le sind Nummer 26 und 7, Loh bin begierig weitere Numer; — |
def fuor mich eindruckevollen Zaltechrift au erhalten. Hoffentlich ist das bald woaglichy-»
dora werdé ich Thnen die Hefte unserer Wandlung achidken, sobald oe geht, Hin Beltrag yon |
mir iat mur eli#6 Prage der Arbettekraft bel te ‘ih, quassrordontiicher Belastung, Mein quier |
Wille iat da, mur musa Leh die um Goduld bitten, : ‘ dita sh

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1

wih den besten Gruewson Ihr sohr argebener Karl Jaspers

cmresiaaiune isnt

[Heidelberg Piéck 66)

Heidelberg, 13.6.1946...

"Senr gooheter Herr Pastel! ; a vos
Ich. habe. smioh eusgerordentlich, ‘gefrent: fiber. Thre Zeilen |v

uma, 4

die am. ‘Be Jani dn meine tind “kamen. awed. Nummora. ‘4

a

Heidelberg Pléck 66

Heidelberg, 15.6+1946,

Sehr geehrter Herr Paetel! . ;
Ieh habe mich ausserordentlich gefreut tibor Ihre Zeilen vom
1. Mai, die am 8. Juni in meine Hinde kamen. Zwei Nummern der deut-
sehen Blatter sind mir vor lingerer Zeit durch ¥yeunde tibermittelt
worden. @s sind Nummer 26 und 27. Ich bin wegierig weitere Nummern
der flr mich eindrucksvollen Zeitschrift zu erhalten, Hoffentlich iat
das bald méglich. Gern werde ich Ihnen die Hefte unserer Wandlung
schicken, sobald es geht. Ein Bejtrag von mir ist nur eine Frage
der Arbeitekraft bei 2.Zt. ausserordentlicher Belastung. Mein guter
Wille ist da, nur muss ich Sie um Geduld bitten,
Mit den besten Griissen. fm : ‘

ge .! Ihy sehr ergebener

_ ay Kewk far per

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/ wirid teh

Gang klar
darucbers

f wiv toh

’ Delugon waechten. Una scheint oine enge gusammenarbelt svischen oxillerton
- goin. © Dass die 0B Ihren Belfall Linden, frou’ une natuerlich sehr.

‘Joh wuerde mich frougn, wann Sie unter Ihren * Notinen * den nachfolgenden

oder Gruppendenken, hat ole Bichiehcversucht, dabei wieihbes so ebvas whe ein

\ bor in ihren besten Vartretem hat aie stets don elrlishen Willen gehabt , niente

“boraubton Netlon gemoas sind, in deutachon Zeifungen und goltsehrifton ~ und
“Sn den eraten Buechera « diejonigen auf Wort gomeldet, die in Deutschland selbst
‘pie anti~ Netlonalsosialioten gelabt und gearbeltet habore j

DEUTSCHE BLATTER

HERAUSGEGEBEN VON UDO RUKSER UND ALBERT THEILD
Casilla 710, Santiago de Chile.

se *

VORTRETER IN U. 8. Act
Karu 0, PAETEL
68-43 Burns STREET
: co : ae . . + Forest Hius, L. I., N. ¥.C.
Pins Mor Sg uaethe a Oe et eee Tnn.: BO 8-285

‘gehy verokrter Hort Professor Jaspera a ; vhs

4B. guid 1946

Goutera kaw Ihv freundlicher Brief vom 13, 6 ano Horglichon Danke Sowle of geht,
gehon Imen selbatverstaondlich weitere Nrr. der Deutschen Blacttar gue Bitte

‘asaen Sis auf dar andem Selte wirklich nicht aus dem Aus dasa wir s oh ry
gerne ao bald als mooglich cinon Originalbeltrag von Thnen ta der Zolischrift

Deutachen und den daheimgeblicbenen Nicht Nagle olne ser wichtige Sache gu

* BRIEE AUS NEW WORK" veroeffentlichen koonnten. .

“ Brief nus New York. oF) 184 dull 1948

Die deuteche pelitieche Baigration hat 12 Jahre lens, varatrout ugber fast alla
quaserdoutachen Lacnder: nicht. .aufgehoert, im Naaen eines anderen Dextschland”
dig Stine su erheben. daa ‘wo ihre Yorbfuehrer nicht erstarrt waren in Partol~

liudatueck dor gum Schweigen vorurtellten in Reich thren Alltag Lebenden Deut~
achen gu sein. Ba mag dahlagestellt ploaibons ob hy dag stots gelungen ist, ob

nicht mehr ale olmml eine sich verselbstaondigonds Exileldeologie das Bild der
Innordeutachon Realitact notwondigerweise dom eigenen Wungehbild anpassta,

anderes als cine atellvertretende Repracaontana dex sur Stuuheit verurtelltian ~
deutschen Volkes gu sein. . ° en >
Seta’, in dom Jahr, das den Zusammenbruch den Hitlor Regimes folgtes haben aich
Yongeam, xoegernd, witer don Binachraenkungen, die einer Lnrer Souveraenitact

Und allmehlich komt ea gu einer Wlodorbogomung ¢ die ersten Bucher axiliore
tor Schriftsteller orscheinen im Reich 3 die ersten Zougaiose. des nachhitlaris cs
Deutschland kommen in unsere Maonde, die wir jonuoits der deutschen Grenzon als
douteche Antifaschiston das Yetazte Johrzehnt erlebt haben» ich selbst nicht/
Gxii und Innere Emigration begegaen gith, ~ und belde sind miankxganesniohery
ob diese Begegnung auch oin $ich - Wladerfinden pedautot. Betriebsame " Racho~
engol * am Rande der deutschen Unigration haben mit grosses Stimmenaufwand bos
gonnen, allein schon dia Tatsache der Nicht+ nigration ala pelastend fuer tau~
gonde und abertausende deutscher InteLllektueller tn Deutschland su arklaeren §
auf dor andern Seite hat sich in doutscbon geltungon oin nicht minder ernot Lonel~
Les Hisstmuen Dahoimgebl Lebener denen gegonuober gezoigt, die gsheinbar don
beseeron Toll der Tapferkelt dem Ausharren im geneinsamen deutschen Schicksal
VorZogsrie

Hither
1

2. 9 « N

ote eidthar tpt on Lodge 2.oLy-Wort sau dem beldimaton ‘Avaage Mnonhd durine’ due’ diy Aufroidérung
Yaltor v, Molos, nach Deutschland hotmzukohrony votwondig# seca Coa maeole Bs bore,
Dio Polemik um diesen 4riefwechsel hat bedauerlicherveise der organischen Wiederbegegnung
der Exilterten und der Daheimgebllebenon olnen Unterton von Bitterkelt und Ungeduld ver
Liehen, der aus Vorschicdenkeiten Gegensaotze zu machen droht und die Jragestollungen ger
‘faohvlich eimplifiaiort. “ eindeutiga
Juerst mos oinmal wit aller Deutlichkelt festgestel1t worden + Thomas Manns Absage an
don Godanken der Ruockkehr und der kuenftigen Uitarbelt an don innerdeutschen Aufgaben
ist in keinar Yeiso vepracsentativ fuer die deutsche politische Qaigration. Thomas Hann
hat sich « vor allem durch eing Relhoe ueberpointiortor unglueckselige gorelater Formiliom
yungen © mit solnem Antwortbrlef an v. Molo von der uebarwiegonden Anzahl doutecher Txie
‘ertor isoltert. Ich habe Gelegenhelt gehabt, im Laufo des letzten Halbjahrs mit vielloLe
126 Angehoerigen dev deutschen politischen Imigration ueber diesen Brief su sprechen oder
wu korrespondieren ¢ won mau lo Progent der Gespreechspartnor als ihm gugtimmend annimnt,
hat man vermutlich noch recht ontgegenkonmmend goschaotst. Die Ablehnung » vor allem der
yon ihm bonutsten Formlisrungen fuer seine Aboage, war fast ginmotig.= :
Das heisst kelnesfalle, dase nient auch ung andera die Fraga dor sofortigen Holmkehr ‘
= nach Deutschland schlaflose Naechte bereltet. Auf unsern Sehreibtischen haevfen sich in
erschrockender Weise Briefe von nahen Freunden, die uns paschwoorony die Rueskkehr nicht
gu uoberellen, sondern vielletcht erst einmal den Versuch au helfeny vou hier gu unterneh=
mon, ~ Dio meisten von uns WOLLEN helmkehren, ~ Was wir uns aber immer wleder fragen, wenn
wir die taeglichen Berichte ueber die deutsche Situation in don deitungen verfolgens ist ¢
WO gibt eg fuer une einen sinnvollen Ansata 2 Wo koomen wir wieder nuetaliche Arbeit tun?
“WALL man und denn usberhauyt 2° Werden whr'y nach 12 Jahren ExLl holmkehrend, denn ucbery
haupt von dem Volk, dem unsere Liebe nie aufgehoert hat ,» su gehooren » noch ale dazuge*
hoerig angesehen? Wird das boese Wort von don * quislingon ' nicht jedo Taatigkelt olnos
hoinkehroudea Exilierten untergraben und unmoeglich machen 2 ; .
Gibt es wirklich ein Sich » Wederfinden » wenn 12 Jahvo wesentlichster Erlebnisse und
q Brfahrungen swvigschon uns und deneny dhe Deutschland nie veriieasen » si¢h in awol Welten
abaplolteny, die hermetisah von einandor abgeashlossen waren 7 ; :
Han missversteha una nick} falsch + wir babon kein schlechtes Gewlason, Za gab Zeiten, in

. denen deutscher Antifaschist im Ausland zu soiny nicht wonlger gofaenrlich war ols Anti~
nazi in Deutschland. Die, von denen wir hier sprechen, haben Deutschland erst verlassony ©
als langjachriges Zuchthaus oder Bulgration sur Auswahl atand, Und ale Raigration hat
Not, Leid und Gefahr geadg im Gefolge getabt, ~ insbesonders alo Hitlers Blitzarmoen den

” Koxtinent ueberschwemnten und mancher von uns wusste, ddes os Bod und Leben ging in aben~
Souerlichen Jagden, als dle 55 auf unsere Spur gosetzt warm ~ :

. Und dennoch * wir haben Stalingrad und EL Ramoin nicht mitgemeht, wir haben in keiner
dor 49 ausgebombten doutechen Groastacdte gesesson » ale dio Vergeltung fuer Coventry,
fuer Amsterdam und Yerschau dle doutsche Bevoolkerung traf. =
Wind nicht die ANDURSARTIGKIGIT unseres Erlebous uns wio wit einer Mayer scheiden von =~
denen, die Deutschlands Not und Untergang orlebton, als wir den gaehen Kampf um das oigone
Veberlovon kaompften 7 . oo
Yielon von wis sind das Fragen, auf die wir keine Antwort wlesen, = auf dio THR druebon.

‘<4y dor Hoimat ~ vielleioht ~ die Antwort wisst. @ : ,
orm wir heute hier nachhitlerische deutsche Zeitechriften durchblaettern, ist uns manchos
fremd « wekhalb es leugnen Z- 4 vermtiich goht os Ihnen dort drueben ebonso mit vielen
Manifestationen des deutschen Exile . Gibt ea eine Basis fuer olnen gemainsamen Nour ©
Anfang % Diejenigon von und, dle es ernst mit der Wiederbogegnung meineny sind borolit,
hinguhoeren und guzulernen «ua wae Eure Drkenntniase und Erfahrungen anlangt. Seid thy
es guch mit den unseren 7 Wir wollen die Heimkehr, Wollt Ihr dle Heinkehror 7

Karl 0. Paotol.

Herglichen Gruss, sehr gechrtor Herr Professor Jaspers ‘Thr
; . Karl 0. pactal
ao tf

goBaver-damagh, Loca au Ghoaon: jet Lechon Bimorteingan Ke ae nto ‘to 2
ough is Manes Buen i jod buelisadued nowt qaofol Vv. % od

Ly ble she.

OE ree aera ed ON, ESPON TSEC COS ts SS 8 ¢ ne

sal sera,
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FertowTIgG. Pure 77 7e
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Arte Chet

Getr-vererrter rr
,
hren Brief vom15..—duld-

dn f

mpfine--ich-einen-Teg—vor, meiner -Abrekse

Schweiz. Ich gab-ihn noch in. letzter: Minute ar\unseren Heraus=

geber Dr. Sternkerger.- sVon der Reise heimgekehrt, pin ich.schwor erkrank]

Jetzt wieder her

stellt; peeile ich mich Ihnen endlich su aniworten.

a nse
eeov Thr Brief war nir der Ausgeng einer tiefen Bewegung. las ganz gros

se Leid der Emigration, in der ich viele Verwandte und Freunde habe,

‘e- Heuteghiend is ist nicht nur

“chaos. Mir ‘scheint, dass alle, die: als ein ivi reden, sich Autor

anmassen, die in der Tat nicht vestent. Ich persénlich seheve mich nock
neugeeriindeten Gruppen peizut reten. Alles kKollektive ist mir noch ver~
asehtig, Es eounit aw sonnel, gu laut, nicht ats Keifung einex wirklie#
cehen geistigen Kraft, daxum kenn ‘igh auch die‘kollektive Gegentiberstel~
lung der’ inneren und -der fusseren Emigration nin, nicht zu eigen mechen,.

Meine innere Gemeinschat* mit Menschen geht quer durch beide hindurch.

wenn Sie mich fregen ob emigrierte Leuteche mir willkommen seien,

So kann ich nur antvorten: Jede Heimkehr empfinde ich als Opfer des :

_Eommenden und ela Erputigung ruy mich. Aber nelgen jum-hier Pave debeny 8e
‘gu féblen Mittel und Mecht..Es ist so schwer, dass ich meinen niéchsten

“Preunden atelkt zuguraven wage. Wenn aber einer kommen will, ecllvet

der, cag Zurechtrifehen und Erévtorn dn

dy podrl’wh. te bere! ur koe Lio }
air pedir] beret wing. nur noch vo oman lieth ikem

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nen.und dreus

( Sie sehen, werunt eine klare e

vo Vorwiirfe au. machen sind, ist es b

veschréaken und dea ande.n gegen

pany ageresaiv wird.

; das deuteche

tra gen Sie

Lich etwa fir aAuffassungen hat, 9

x Zoit kein deutscher Voixeondern e
facher sich windersprechender wnver

Not, wad inge,, die eve der Not erwichst. Daher ist.es nicht ms Lich

einer Gemeineschett geeeniiber 2Uu 8

zelnen atifn nin. Deutdehland, dee

schwebender Stern aus fgrnor Vergangenheit Leuchtendy. vave der Zus a

kunt fordernd, fiir an aber f2
‘ g .

Ee gibt\meines Brachtens “kel.

sen, aben, unendlich viele Hauern

mir. nicht méglich scheint. Bs feh
Bergende, | Jeder geht seinen “einze

Kreise 2v “tun Ww

sein irgendwie 1

hast au!

ser eich auf sich

ber bu schweigen, wenn er nicht sil-

\
|

Volk denkt, oder was man durchsehni tt
o kenn ton nay antwortentes gibt sur
in onteotzliches Turcheinender men

a

ioher Gefuhle und vor allen

ite when, die als, deutsches Yolk: den Ei

ist ein hoch tiber der healit4t steke!

et uneichther.
me Mauer ‘awiachen, drincen’ und dreus~

gwiseen den deutschen wenschen drin;

indeutige Antwort auf lhren brief

lt das Ganze, das, Aufmehmende, das |

nen Weg und waurucht im kleinaten

ebenewertes Deben noch eumdghi cht.

Basel, den 14 Marz 1952

An die Redaktion des WORKSHEETS

87 West 45 .
New York 19 }
N.Y, USA.

Sehr geehrte Herren,

mit einer Uebersetsung des Abschnittes tiber
Selbstmord aus molner Philosophie in Ihrer Zeitschrift bin ich |
gern einverstanden unter folgenden Bedingungen: \

1. Im falle eine HHHBHEH Uebersetzung des a Buches heraus=
kommen sollte, ist auch der Abschnitt ther Selbstmord nach dem 1.
Januar 1953 daftir frei. Ich # bemerke, dass gegenwirtig keine
Uebersetzungsverhandlungen im Gange sind.

2. Die Vebersetzung bitte ich nicht mir, da deh nicht ausreichende
englische Sprachkenntnisse besitze, heii f . Ich darf BiWHHH
erwarten, dass Sie Ihrerseits eine sorgfdltige Beurteilung vornehmen.

a. Ich bitte um awel Belegexemplare nach Erscheinen der Uebersetzung.

3. Bin Ihnen angemessen erscheindes Honorar filr mich bitte ich mir
nach Basel zu schicken. Davon habe ich die Hdfte an meinen Verleger
Springer weiter-zuegeben.. Ich bin jedoch durch meinen H Verlag
ermachtigt zu selbrstandigem Abschluss beztiglich meiner Veberset sung.
Sie brauchen sich daher n° cht an den Verlag 2u wenden,

MEH Mit voratiglicher Hochachtung!

(UNTERSCHRIFT) : Karl Jaspers.~ '

KARL: Here's the copy requested at Aggie's. I'm convinced that ie

what the German means -- on the basis of Lani's direct translation --

ees pit relay Seen is a the money directly “ him and let
: es ype up a re and send 1

I can get it in the mail as seta aa pee iss eo

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June 22, 2022

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