Frölich, Paul and Rose, 1944, 1948, 1953

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Babs Talbot Stroct
Kewgardons, Lit
NYG, USA. Mareh 28, 1944

Victor Gollancz Lid,
LONDON
Great Britain.

Dear Mr. Gollanags ;

I should like te introduce to you Mr. Karl 0. Paetels whe told mo of his intention
‘to publish a book on the Gorman UlLte Guards ( sa )s thede ovgantestion, theiv mili ~
tory and polities] importance whthin the framework of the ITI, Reich ete.

T know well that Mr. Paetel is one of thé few people qualified to deal with this
inpoxtant problem. Already Before Hitler 's rlae te,power he wis interested in apectal |
orgnlevtional and ideologleal questions of the No« movement more than politionl
minded German people generally warw. woth the growlag importance of the Sa in Arms
and tHe Tevror~ apparatus in Burope he specialized in the study of these paetLoular
problems , and I am convinosd that he has wow the most complete and truest vision
of thie terrible force, Judging from. other studies, Mr. Pactel made, 1 am sure that
he will treat his theme in reliable and olear manner.
Uxpocting that thé moot important role of Hinwlar’ » organizations will yet be
played, I. suppome thin book will attract the interest of many readera. Ib will meet
the oxaah ling of yout publicational task, coutining trustworthy intelligence ma~
torial with 4 ¢lear analysis of ite importance.

L whould be glad » if you would consider thie project acceptable

within the framework of your activities.
vory ainceraly

yours

Paul Sroehlich

Paul Froelich
8409 1albot Street : ; _
Kew vardens, Lele 18. Juni 1948

Mein lieber KeO. '

Hier senden wir pir einen kleinen scheck ueber 2.50 als Beitrag fuer
die "Gegenwart".

zu der gusammenkunft in aer vorigen Woche waere ich recht gerne ge~-
kommen. yoch ~ wie immer ~ hast wu den tag schlecnt gewaehlt. wir natten
den une uf schiebbaren Besuch eines ater Freundes, der nach Burope reist :

und Instruktionen mitnehmen wollte.

was macht ihr beiden plus Katze? Seid bestens gegruesst von

Fir die vielen Freunde, die fragen, wie es kam, daf wir Paul
verloren haben:

Es kam fir alle unerwartet. Paul war auf dem Wege der
Genesung von einer Prostata-Operation. Die Arzte waren mit
seinem Befinden sehr zufrieden. Er selbst war guten Mutes,
nahm - nach den ersten schweren Tagen - wieder an allem
teil, was draufen vorging; unterhielt sich interessiert, las viel
und verlangte immer mehr Lektiire, um nicht zuviel zu ver-
sdumen. Anfang Marz sollte er entlassen werden.

Der erste Versuch, aufzustehen, erwies sich jedoch als verfriht.
~Dann dauert es eben ein paar Tage linger“, sagte er mit
der groBen Ruhe, die ihn gerade in schwierigen Situationen
auszeichnete. In den folgenden Tagen war er nicht ganz so
auf der Héhe wie zuvor, klagte auch tiber Kopfschmerzen.
Der Chirurg hielt die Genesung aber fiir soweit vorgeschritten,
daB er ihm die Entlassung fiir den 10ten in Aussicht stellte.

In der Nacht vom 8ten auf den 9ten wurde Paul sehr unruhig.
Am $ten friih war ihm das Aufstehen unméglich. Im Laufe
des Qten traten starke Verdnderungen in seinem Verhalten
ein, die der Chirurg als psychische Reaktionen, wie sie haufig
nach dieser Operation auftreten und wieder vergehen, erklarte.
Am 10ten, als sic: der Zustand verschlimmert hatte, vermutete
der Stationsarzt, daB eine Gehirnblutung die Ursache sei und
leitete sofort eine entsprechende Behandlung ein. Da die
Apathie zunahm, wurden ein Internist und ein Neurologe
zugezogen. Der Neurologe stellte fest, daB eine Gehirnblutung
eingetreten sei. Eine Lumbalpunktion brachte eine leichte
Besserung, die bis zum 14/15ten anhielt. Am i5ten vor-
mittags sank Paul in eine immer tiefere BewuBtlosigkeit, aus
der er trotz aller Bemithungen der Arzte nicht mehr erwachte.
Am 16. Marz, morgens um 8,40 Ubr hatte er ausgelitten.

Liebe Freunde,

von ganzem Herzen danke ich fiir die Verbundenheit
in dem groBen Shmerz um unseren Genossen,

meinen Lebensgefahrten
PAUL FROLICH

Sie hilft mir, das Schwere zu tragen und starkt
mich in dem Bemihen, sein Werk fortzusetzen.

Rute fir tase srw S/he

Rose Frélich

Frankfurt am Main, Marz 1953
RobrbadistraBe 40E

Am 21, Marz fand die Einascherung statt. Alte und junge
Freunde gedachten seiner in einer ergreifenden Trauerfeier.
Von den roten Fahnen flankiert, fiir die er immer gestritten,
von Blumen iiberschiittet, die er so geliebt, unter den Klangen
von Mozart, Grieg und Chopin und unter dem Gesang der
Internationale nahmen wir von ihm Abschied.

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Box 3, Folder 59
Resource Type:
Document
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Date Uploaded:
September 6, 2023

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